Schüler beim Gipsschienenbau


Kontakt
Berufsfachschule für Ergotherapie
am Bezirkskrankenhaus Günzburg
Ludwig-Heilmeyer-Str. 2
89312 Günzburg

Ärztliche Leitung:
Prof. Dr. Thomas Becker

Leitung der Ausbildung: Rainer Vollmer

Sekretariat:
Karin Götzl-Frieß
Tel.: 08221 / 96 - 2307
Fax: 08221 / 96 - 2330

Öffnungszeiten:
Mo. + Mi. 8.30 – 11.30 Uhr
Di. + Do. 8.30 – 11.30 Uhr; 13.30 – 15.00 Uhr
Fr. geschl.

Email Email: ergotherapieschule@
bkh-guenzburg.de


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Berufsbild - Ergotherapie

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes von Ergotherapeuten der deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol ( = D, A, CH, S) wurde folgende Definition des Berufsbildes entworfen. Wir finden, dass diese Definition den Kern der Profession hervorragend wiedergibt:
„Die Ergotherapie [ ... ] geht davon aus, dass „tätig sein“ ein menschliches Grundbedürfnis ist und dass gezielt eingesetzte Tätigkeit gesundheitsfördernde und therapeutische Wirkung hat. Deshalb unterstützt und begleitet Ergotherapie Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind und / oder ihre Handlungsfähigkeit erweitern möchten.
Ziel der Ergotherapie ist es, Menschen bei der Durchführung von für sie bedeutungsvollen Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit / Erholung in ihrer Umwelt zu stärken.
In der Ergotherapie werden spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung gezielt und ressourcenorientiert eingesetzt. Dies erlaubt dem Klienten, seine Handlungsfähigkeit im Alltag, seine gesellschaftliche Teilhabe (Partizipation) und seine Lebensqualität und -zufriedenheit zu verbessern.“

(Aus: Ergotherapie: „Was bietet sie heute und in Zukunft?“; eine Broschüre der DACHS - Arbeitsgruppe 02/2007)

Im Mittelpunkt der Ergotherapie steht der Mensch, der in seinem Alltag und in seiner Umwelt optimale Handlungsfähigkeit und Lebensqualität erhalten bzw. wieder erreichen will. Die Begriffe „Handlung“, „Mensch“, „Alltag“, „Umwelt“ und „Lebensqualität“ sind daher für die Ergotherapie zentral.

  1. Handlung (handeln, Handlungsfähigkeit):
    Das wichtigste Ziel der Ergotherapie ist die Verbesserung der Handlungsfähigkeit. ErgotherapeutInnen nutzen alltägliche Handlungen als Mittel zur ergotherapeutischen Diagnostik und Intervention. In der Ergotherapie sind Handlungen gleichzeitig Ziel und Mittel der Therapie.
  2. Der Mensch:
    ErgotherapeutInnen definieren die Zielsetzung der Intervention, wenn immer möglich, gemeinsam mit ihren Klienten und planen und evaluieren diese mit ihnen. Sie erfassen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ihrer Klienten gefördert werden müssen, um deren Handlungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern. Der / die Ergotherapeut/in berücksichtigt, welche unterschiedlichen Rollen der Klient in seinem Leben einnimmt oder wieder einnehmen möchte.
  3. Alltag:
    Der Alltag des Menschen ist geprägt von dem, was er tun muss, tun möchte oder was von ihm erwartet wird, um sich selbst zu versorgen, etwas zu seinem Lebensumfeld und zur Gesellschaft beizutragen und um das Leben zu genießen und sich zu erholen. ErgotherapeutInnen erfassen, welche Handlungen ihre Klienten in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit durchführen, bzw. für ihren Alltag benötigen.
  4. Umwelt:
    Jeder Mensch lebt in seinem Alltag unter individuellen Umweltbedingungen. Diese Umweltbedingungen beeinflussen, welche Handlungen der Einzelne in seinem Alltag benötigt und welche körperlichen, kognitiven, emotionalen oder sozialen Fähigkeiten zur Handlungsdurchführung notwendig sind. Die Gestaltung der Umwelt spielt in der Ergotherapie eine zentrale Rolle. Eine gezielt angepasste Umwelt ermöglicht und erleichtert Handlungen und kann gesundheitsfördernd wirken.
  5. Lebensqualität:
    Der Begriff Lebensqualität umfasst subjektive und objektive Aspekte. Zur subjektiven Lebensqualität gehört die subjektive Bewertung der eigenen Lebenssituation und Handlungsfähigkeit. Die objektive Lebensqualität beinhaltet die physischen und sozialen Umweltbedingungen. Die Lebensqualität steht also in engem Zusammenhang sowohl mit der Handlungsfähigkeit eines Menschen als auch mit dessen individueller Umwelt. Lebensqualität und Lebenszufriedenheit sind neben Handlungsfähigkeit und Teilhabe (Partizipation) die wichtigsten Ziele und Ergebnisse der Ergotherapie.
    (aus: Ergotherapie - Was bietet sie heute und in Zukunft, Claudiana 2007)

Der große deutsche Berufsverband der Ergotherapeuten (DVE) definiert Ergotherapie wie folgt:
„Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist es, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“
(aus: Ergotherapie im Profil, DVE 08/2007)

 

 

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letzte Aktualisierung: 05.10.2009