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Schädel-Hirn-Trauma

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist die Folge einer äußeren Gewalteinwirkung auf den Kopf. Hieraus resultiert eine Funktionsstörung oder Verletzung des Gehirns und/oder seiner Hüllen wie die Hirnhäute, knöcherner Schädel, Haut oder der hirnversorgenden Gefäße. Es ist üblich die Schwere eines Schädel-Hirn-Trauma anhand der Hirnfunktionen: bestes Augenöffnen, beste motorische Antwort und beste verbale Antwort (Glasgow Coma Score) in ein leichtes, mittelschweres und schweres Schädel-Hirn-Trauma einzuteilen. Kopfverletzungen ohne Funktionsstörungen des Hirns oder Verletzungen des Hirns werden Schädelprellungen genannt.

In Deutschland liegt das Vorkommen eines Schädel-Hirn-Trauma bei etwa 330/100.000 Einwohner. Eine hoche Dunkelziffer ist hierbei nicht eingeschlossen. Am häufigsten kommt es zu einem leichten Schädel-Hirn-Trauma (ca. 90%), der Rest verteilt sich zu etwa gleichen Teilen auf ein mittelschweres (ca. 5%) und schweres (ca. 5%) Schädel-Hirn-Trauma.
Das Schädel-Hirn-Trauma stellt in unserer Gesellschaft ein signifikantes medizinisches, psychologisches, ökonomisches und wirtschaftliches Problem dar. Prävention und der Fortschritt in der Versorgung vor Eintreffen im Krankenhaus, die schnellen diagnostischen Möglichkeiten mittels Computertomographie und das Verständnis der Pathophysiologie der Schädel-Hirn-Verletzungen führten vor allem zur Reduktion des schweren Schädel-Hirn-Traumas und zu einem häufigeren Überleben. Trotzdem ist die Verletzung des Gehirns eines der häufigsten Mortalitätsursachen des Menschen unter 45 Jahren und resultiert häufig in eine körperliche und/oder neuro-psychologische Behinderung.
Die Überlebenschancen und das Risiko von behindernden (physisch, psychisch und kognitiv) Folgen hängt unter anderem vom Alter, Vorerkrankungen, dem Vorkommen von weiteren Verletzungen, der Art der Schwere der Verletzung ab. Allgemein haben sehr junge (< 1 Jhr) und ältere Patienten (>70 Jahre) bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma  ein hohes Risiko für ein schlechtes Behandlungsergebnis. Nach der Akutbehandlung im Krankenhaus, schließt sich nicht selten eine Rehabilitation an. Sie ist bei einem mittelschwerem und schwerem Schädel-Hirn-Trauma  ein wichtiger Faktor zur Wiedereingliederung ins alltäglich Leben.
Neben den momentanen Forschungsschwerpunkten des zellulären Schadens nach einem Schädel-Hirn-Trauma, gibt es erhebliche wissenschaftliche Anstrengungen Hirnfunktionen wieder herzustellen, die Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis und Problemlösung betreffen.

 

 

 

Hirnkontusionen beidseits:

Ursache sind häufig Zerreißungen von Gefäßen im Hirngewebe entsprechend der Verteilung der Kraft, die auf den Kopf einwirkt. Folge dieser "Quetschungen" sind Einblutungen ins Hirngewebe (siehe Abb. 1+2)

Abb. 1
Abb. 2

 

Akutes Subduralhämatom:

Blutansammlung zwischen harter Hirnhaut und Hirnoberfläche. Zumeist entstehen solche Blutungen aus auslaufenden Hirnquetschungen (Kontusionen). Diese Blutungsform stellt eine unmittelbare Lebensgefahr dar, da es zu einer Hirnschwellung mit Verlagerung von Mittellinienstrukturen und Druck auf lebenswichtige Zentren im Hirnstamm kommt. Mitunter liegt die Sterblichkeit nach einer solchen Verletzung bei mehr als 70%. (siehe Abb. 1+2)

Abb. 1
Abb.2

 

Akutes Epiduralhämatom:

Eine Einblutung zwischen der harten Hirnhaut und dem Knochen. Sie ist meist Folge eines Schädelbruchs oder einer Zerreißung eines Blutgefäßes der harten Hirnhaut. Die Prognose ist besser als beim akuten Subduralhämatom, wenn die Behandlung rasch eingeleitet wird. Tödliche Verläufe kommen dennoch vor ("Talk&Die"). (siehe Abb. 1+2)

Abb. 1
Abb. 2

 

Chronisches Subduralhämatom:

Es ist zumeist Folge einer Bagatellverletzung in Kombination von gerinnungshemmenden Medikamenten. Der schleichende Verlauf, bei dem sich die Blutansammlung innerhalb von Wochen vergrößert, führt oft durch eine Halbseitenschwäche und Feinmotorikstörung sowie Wesensänderungen zur Einweisung ins Krankenhaus. (siehe Abb. 1)

Abb. 1