Aneurysmen

Was ist ein Aneurysma?

Zerebrale Aneurysmen sind krankhafte Aussackungen der Hirngefäßwand, welche insbesondere an Teilungsstellen der großen Hirnarterien auftreten (Bild Aneurysma 1 fehlt !).

Sie sind häufig Folge der Arteriosklerose, in seltenen Fällen können angeborene Bindegewebserkrankungen oder Entzündungen die Entstehung eines Aneurysmas verursachen.

Inzidentelle (zufällig entdeckte) Aneurysmen

Aneurysmen werden immer häufiger zufällig (inzidentell), beispielsweise im Rahmen einer Kopfschmerzabklärung entdeckt. Dabei gilt: nicht jedes Aneurysma muss behandelt werden und in jedem Fall besteht die Zeit zu einer ausführlichen Beratung. Es ist davon auszugehen, dass nur etwa 7-35% aller Hirngefäßaneurysmen zu einer Ruptur, das heißt zu einer Blutung führen. Viele individuelle Faktoren, wie beispielsweise das Alter, eine eventuell bestehende familiäre Belastung, das kardiovaskuläre Risikoprofil, aber auch die Lage, Größe und Form des Aneurysmas spielen bei einer Risikobewertung eine wichtige Rolle. Dabei gilt es, das individuelle Rupturrisiko eines Aneurysmas gegenüber dem möglichen Risiko einer Behandlung sorgfältig abzuwiegen. Es ist uns ein Anliegen unsere Patienten über diese Zusammenhänge aufzuklären, daher ist die ausführliche Beratung von Patienten mit inzidentellen Aneurysmen ein wichtiger Schwerpunkt unserer interdisziplinär neurovaskulären Sprechstunde.

Rupturierte Aneurysmen (Subarachnoidalblutung)

Eine Aneurysmaruptur führt zu einer sogenannten Subarachnoidalblutung und damit zu einer der schwerwiegendsten, meist lebensbedrohlichen Form des Schlaganfalls. Die Subarachnoidalblutung ist ein akuter Notfall, für dessen Behandlung unsere Klinik hervorragend ausgestattet ist. Abhängig vom Schweregrad des Krankheitsbildes läuft die Behandlung in 4 Phasen ab: 

  1. Akutphase innerhalb der ersten Stunden nach Auftreten der Blutung: Unmittelbar nach Einlieferung des Patienten gilt es die Blutungsquelle zu lokalisieren und zu verschließen. Die Behandlungsentscheidungen und Behandlung – ob durch ein Katheterverfahren (Coiling) oder eine mikrochirurgische Operation (Clipping) – erfolgt durch ein hochspezialisiertes, erfahrenes und eng zusammenarbeitendes interdisziplinäres Team aus Neurochirurgen und Neuroradiologen, sowie Fachpflegekräften der OP- und Intensivpflege.

  2. Intensivphase (14-21 Tage nach Blutungsereignis): während der Intensivphase werden die Patienten in der Regel auf der neurochirurgischen Intensivstation behandelt. Hier erfolgt eine laufende Beurteilung des Krankheitsverlaufs durch ein interdisziplinäres Team aus Neurochirurgen, Neuroanästhesisten, Intensivmedizinern und unserem sehr erfahrenen Team der Intensivpflege. Hierdurch kann auf alle eventuell auftretenden Veränderungen im Krankheitsverlauf rasch reagiert werden.

  3. Rehaphase: in der Regel folgt der Intensivphase eine neurologische Rehabilitationsbehandlung. Die Dauer einer Rehabilitationsbehandlung hängt immer vom Schweregrad der Erkrankung ab. Insbesondere bei schwer betroffenen Patienten ist der frühzeitige Übergang zur Rehabilitation wichtig, bedarf in der Übergangszeit allerdings häufig noch einer neurochirurgischen Mitbetreuung der Patienten. Aus diesem  Grund besteht eine langjährige enge Zusammenarbeit mit verschiedenen neurologischen, insbesondere mit dem Fachkrankenhaus Neresheim.

  4. Nachsorge: Auch nach Abschluss der Rehaphase ist eine Nachsorge empfehlenswert. Diese Nachsorge umfasst beispielsweise eine bildgebende Verlaufskontrolle eines Aneurysmas. Im Rahmen der ambulanten Nachsorge erfolgt aber insbesondere auch eine Beratung der Patienten und Angehörigen im Hinblick auf ihre spezifischen Fragen im Alltag.