Cavernome

Was ist ein Cavernom?
Cavernome sind  dynamische, in der Regel erworbene Gefäßmissbildungen des Gehirns  (80% Großhirn, 15% Kleinhirn oder Hirnstamm) oder Rückenmarks (5%), sie werden häufig auch als cavernöse Hämangiome bezeichnet. In der feingeweblichen Untersuchung zeigen Cavernome mittel- bis großlumige krankhaft veränderte, kavernenähnlich erweiterte Blutgefäße. Häufig sind diese von Blutabbauprodukten als Hinweis auf ältere Einblutungen umgeben.


Einteilung
Die meisten Cavernome treten sporadisch und isoliert auf. Sehr selten können multiple cerebrale Cavernome im Rahmen einer autosomal-dominant vererbten Erkrankung vorkommen.

Häufigkeit & Symptome
Cavernome gelten als selten. Allerdings ist die Datenlage im Hinblick auf die Häufigkeit von Cavernomen schlecht. In Autopsiestudien sind ZNS Cavernome in 0,3-1% der Fälle nachweisbar. Cavernome können ein Leben lang asymptomatisch bleiben und werden häufig zufällig anlässlich einer Kernspintomographie entdeckt. Symptomatische Cavernome verursachen in 40-50% der Fälle epileptische Anfälle, 30-40% Hirnblutungen, 10-20% chronische Kopfschmerzen und in etwa 15% fokal neurologische Defizite (Lähmung, Sprachstörung, Gesichtslähmungen, etc.).

OP-Indikation
Häufig müssen Cavernome nicht behandelt werden. Insbesondere bei zufällig entdeckten Cavernomen besteht nur in Ausnahmefällen die Indikation zu einer Therapie. Bei symptomatischen Cavernomen muss der Behandlung zwingend eine sorgfältige Abwägung der chirurgischen Risiken erfolgen. Insbesondere bei Cavernomen, welche epileptische Anfälle verursachen ist die chirurgische Resektion des Cavernoms ggf. mit dem anfallsauslösenden Hirngewebe in dessen Umgebung frühzeitig zu erwägen!
Bei der Operation eines Cavernoms ist die komplette Resektion der Gefäßmissbildung entscheidend, da von eventuell verbleibenden Cavernomsresiduen eine erhöhte Blutungsgefahr ausgeht.

Bild 1: Links: Kernspintomographie eines Cavernoms rechts frontal im Marklager des GEhirns gelegen, irregulär geformt. Der Patient war durch einen erstmaligen Krampfanfall auffällig geworden. Mitte: Detailaufnahme der navigierten mikrochirurgischen Präparation. Rechts: Resektion des Cavernoms mit Neuronavigation.

Bild 2: Darstellung eines kleinen Restcavernoms in der intraoperativen Kernspintomographie. Durch die Möglichkeit der intraoperativen Kernspintomographie kann dieser Rest noch nachreseziert werden. Von verbleibenden Cavernomresten geht eine erhöhte Blutungsgefahr aus.

Bild 1
Bild 2