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Bildgebung peripherer Nerven

Der Stellenwert der Bildgebung in der Diagnostik aller Krankheitsbilder (Trauma, Tumor, Kompressionssyndrom) des peripheren Nervensystems hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Inzwischen können Nerven sowohl durch die Magnetresonanztomographie (MRT), wie auch den Ultraschall (Bild 1,2) gut dargestellt werden. Dabei können beide Techniken, abhängig von klinischer Fragestellung und Körperregion ergänzend zur klinischen Untersuchung und Elektrophysiologie eingesetzt werden.

Insbesondere bei traumatischen Nervenläsionen und Tumoren peripherer Nerven legen wir sehr großen Wert auf bildgebende Untersuchungen. Beispielsweise kann bei Verletzungen peripherer Nerven eine schwere Nervenschädigung durch eine bildgebende Untersuchung in der Regel frühzeitig von einer leichteren Verletzung unterschieden werden (Bild3).

Für die chirurgische Rekonstruktion von Armplexusverletzungen ist die Frage nach spinalem Wurzelausriss von entscheidender Bedeutung. Für diese Fragestellung sind spezielle kernspintomographische Untersuchungsprotokolle etabliert, welche eine nichtinvasive präzise Detektion von Wurzelausrissen ermöglichen (Bild 4).

Häufig nutzen wir die hochauflösenden Eigenschaften des Ultraschalls intraoperativ, das heißt während der Operation, um beispielsweise den Schädigungsgrad einer Nervenverletzung einschätzen zu können, oder um eine Probeentnahme bei einem Tumor planen zu können (Bild 5, 6).

Bild 1: Typisches hochaufgelöstes Ultraschallbild eines peripheren Nervs (N. medianus am Handgelenk) im Querschnitt mit Darstellung der Nervenbinnenstruktur (Honigwabe).

Bild 2: Coronares MRT-Bild eines Patienten mit einer zystisch wirkenden rundlichen Raumforderung am unteren Anteil des linken Plexus brachialis.

Bild 3: Coronare kernspintomographische Darstellung (CIS 3D Sequenz) des Armnervengeflechtes bei einem Patienten nach Verkehrsunfall mit schwerer Lähmung des rechten Armes. Während die einzelnen Filamente an der unverletzten Seite vollkommen intakt sind (weiße Pfeile), besteht auf der rechten Seite eine Pseudomeningozele der Nervenwurzel C7 (roter Pfeil). Die Nervenwurzel ist aus dem Rückenmark ausgerissen.

Bild 4: Intraoperatives Ultraschallbild des N. medianus am Unterarm nach Trauma. Im Querschnittsbild ist der Nerv in seiner typischen faszikulären  Wabenstruktur zu erkennen. Allerdings ist der Nerv von Narbengewebe umgeben. Links Originalultraschallbild, rechts schematische Hervorhebung der epiduralen Fibrose (gelb).

Bild 5: Intraoperatives Ultraschallbild des Ellennerven im Längsschnitt nach traumatischer Schädigung. Nachweis eines Kontinuitätsneuroms, eines trotz erhaltener Kontinuität komplett zerstörten Nerven (weiße Pfeile normale Nervenabschnitte, roter Pfeil Kontinuitätsneurom).

Bild 6: Präoperativer Ultraschall des N. peronaeus nach Schnittverletzung am Bein. (Originalbild im Ultraschall)


Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6