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Engpass-Syndrome ("Kompressions-Syndrome") peripherer Nerven

Die sogenannten Nervenkompressions-Syndrome sind chronische Druckläsionen peripherer Nerven, welche meist an präformierten Engstellen im Verlauf des Nervs (z.B. dem Karplatunnel) auftreten. Diese führen in erster Linie zu Gefühlsstörungen, Schmerzen, bei ausgeprägten Läsionen zu Funktionsausfällen der betroffenen Nerven (Lähmungen).

Ziel der häufig chirurgischen Behandlung ist die Entlastung des Nervs durch die operative Beseitigung der Engstelle.

Die zwei häufigsten Kompessions-Syndrome sind das Karpaltunnel-Syndrom (Kompression des sogenannten N. medianus am Handgelenk) und das Kubitaltunnel-Syndrom (Kompression des Ellennervs - N. ulnaris).

 

KARPALTUNNEL-Syndrom

Das Karpaltunnel-Syndrom, die Kompression des sogenannten N. medianus im Handgelenkstunnel, ist das mit Abstand häufigste Nervenkompressions-Syndrom. Die typischen Symptome sind insbesondere nächtlich auftretende Schmerzen und ein Gefühl des "Einschlafens" der Hand.

Die Behandlung der Wahl, insbesondere bei anhaltenden subjektiven Beschwerden oder dem Auftreten von neurologischen Ausfällen (Lähmung der Daumenballenmuskulatur), ist die chirurgische Dekompression des N. medianus am Handgelenk. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Neben der konventionellen Entlastungsoperation gibt es auch verschiedene endoskopische Operationstechniken.

In unserer Klinik werden beide Methoden angeboten. In der Neurochirurgie Günzburg werden jährlich mehrere Hundert Eingriffe mit beiden Techniken durchgeführt. Die Behandlungsergebnisse sind sehr gut.

Entlastung des Mittelnervs mit der offenen operativen Technik (Bild 1)

Endoskopische Dekompression des Nervs (Einschnittechnik) (Bild 2)

Spaltung des Hohlhandbandes unter Sicht des Endoskops (Bild 3)

Bibliographie: Kompressions-Syndrome peripherer Nerven. Assmus, Antoniadis (Hrsg) 3. überarbeitete Auflage, 2014, Springer Verlag

Leitlinie für Patienten

               

Bild 1
Bild 2
Bild 3

 

KUBITALTUNNEL-Syndrom (Sulcus ulnaris Syndrom)

Bei dem zweithäufigsten Engpass-Syndrom handelt es sich um eine chronische Druckschädigung des Ellennervs (N. ulnaris) am Ellenbogen. Das Kubitaltunnel-Syndrom äußert sich durch eine häufig plötzlich einsetzende Taubheit des Kleinfingers und Ringfingers. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Abbau der Handmuskulatur und einem subjektiven Kraftverlust, z. B. beim Öffnen einer Flasche.

Bei anhaltenden Beschwerden ist die Behandlung der Wahl in der Regel die ambulant durchgeführte Entlastungsoperation des Ellennervs im Bereich der präformierten Engstelle am Ellenbogen.

Auch hier kann sowohl konventionell offen als auch endoskopisch operiert werden. Beide Techniken sind seit vielen Jahren in unserer Klinik etabliert. In den Fällen mit einem Reiten des Ellennervs über den "Musikantenknochen" (Luxation des Nervs) muss eine Verlagerung des betroffenen Nervs auf die Weichteile (subkutane Volarverlagerung) erfolgen.

Offene Dekompression des Ellennervs

Offene Volarverlagerung des Ellennervs

Hautschnitt für die endoskopische Technik (1,5-2cm)

Endoskopische Technik zur Dekompression des Ellennervs (Hoffmann-Technik)

Dekompression des Nervus unter Sicht des Endoskops

Darstellung des Ellennervs nach der Entlastung

Bibliographie: Kompressions-Syndrome peripherer Nerven. Assmus, Antoniadis (Hrsg.) 3. überarbeitete Auflage, 2014, Springer Verlag

 

 

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Weitere Kompressions-Syndrome, die ebenfalls operativ behandelt werden können, sind:

- Thoracic-outlet-Syndrom (unterer Anteil des Armnervengeflechts)

- Suprascapularis-Kompressions-Syndrom (N. suprascapularis am oberen Rand des Schulterblattes)

- Interosseus-posterior-Syndrom oder Pronator-teres-Syndrom (N. medianus am proximalen Unterarm)

- Loge-de Guyon-Syndrom (N. ulnaris am Handgelenk)

- Cheiralgia parästhetica (sensibler Ast des N. radialis am Unterarm)

- Meralgia parästhetica (N. cutaneus femoris lateralis an der Leiste)

- Pudendus-Neuralgie (N. pudendus im Gesäß)

- Piriformis-Syndrom (N. ischiadicus im Gesäß)

- Peronaeus-Kompressions-Syndrom (N. peronaeus am proximalen Unterschenkel)

-  Hinteres Tarsaltunnel-Syndrom (N. tibialis am Innenknöchel)

- Vorderes Tarsaltunnel-Syndrom (N. peronaeus am Fußrücken)

- Morton-Metatarsalgie (Digitalnerven an den Interdigitalräumen)