Neuroimmunologie

Das Glioblastom oder Glioblastoma multiforme (engl.) ist einer der bösartigsten Gehirntumoren. Die Bösartigkeit dieses Tumors ist auf sein infiltrierendes Wachstum der Tumorzellen und der therapieresistenten Stammzellen zurückzuführen. Die klinische Standardtherapie beinhaltet eine chirurgische Resektion des Tumors in Kombination mit einer Bestrahlung und Chemotherapie. Eine komplette Heilung ist leider noch nicht möglich.

Ein wichtiger Forschungsansatz unserer Klinik ist die Immunphänotypisierung von Glioblastom-Patienten. Diese Untersuchung basiert auf dem Erforschen des Immunsystems, der Körperabwehr bei Patienten mit bösartigen hirneigenen Tumoren. Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass sich das Glioblastom vor dem Immunsystem „verstecken“ kann und somit die eigene Abwehr des Körpers deutlich eingeschränkt ist.

In diesem Bereich setzt die Immuntherapie auf dem Gebiet der Neuroonkologie an. Sie bietet vielversprechende Therapiemöglichkeiten, insbesondere für die Behandlung bösartiger Gliome. Durch die individuelle Charakterisierung und gezielte Aktivierung immunkompetenter Zellen, wie z.B. Natürliche Killerzellen (NK-Zellen), könnte der Tumor durch das körpereigene Abwehrsystem besser „gefunden“ und der Tumor somit wirkungsvoller bekämpft werden. Allerdings ist diese Therapiemöglichkeit bis dato Gegenstand der Forschung. Darüber hinaus kann durch die Bestimmung spezifischer Immunmediatoren (Zytokine) im Patientenblut die Abwehrreaktion und damit der Erfolg der Therapie überwacht werden. Ziel ist es, die Prognose von Patienten mit Glioblastomen nachhaltig zu verbessern.

Auf diesem Gebiet haben wir eine enge Kooperation mit der Abteilung für Experimentelle Anästhesiologie am Universitätsklinikum Ulm unter der Leitung von Frau Prof. E. Marion Schneider.

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. C. R. Wirtz
FA MUDr. A. Pala