Psychotherapie und Psychosomatik (PT/PSOM)

Ansprechpartner
Oberarzt: Dr. Volkhard Schreiner (Station 55.1)
Oberarzt: Dr. Moritz Wigand (Station 55.2)
Oberärztin: Dr. Birgit Bayer (Station 55.3)

Die Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik ist Teil der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am BKH Günzburg und damit beteiligt an der Primärversorgung der Bevölkerung des Einzugsgebietes des BKH Günzburg. Es werden aber auch Patienten aus ganz Deutschland behandelt in Zusammenhang mit der Spezialisierung Psychoimmunologie.

Insgesamt stehen 59 stationäre Behandlungsplätze und zusätzliche teilstationäre Behandlungsplätze nach Bedarf auf drei thematisch unterschiedlich ausgerichteten Stationen, nämlich 

  • Station 55.1 für psychosomatische Störungen und Persönlichkeitsprobleme
  • Station 55.2 für Depressionen
  • Station 55.3 für Psychosen bei Jüngeren 

zur Verfügung. Es werden vorwiegend Patienten von 18 bis ca. 65 Jahren behandelt. Das Behandlungsangebot ist vielfältig. Angewandte Psychotherapieverfahren sind in erster Linie Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Einzelgesprächssetting, unterschiedliche Gruppengesprächstherapien, spezielle Therapieformen und Körpertherapien. An biologischen Verfahren kommt insbesondere medikamentöse Behandlung in Frage, in Abhängigkeit von der Art der Erkrankung. Bei überwiegend psychologisch verstehbaren Krankheitsbildern wird gerne auf medikamentöse Behandlung verzichtet.

Neben anfänglicher Diagnostik und dann gezielter Verbesserung von Krankheitssymptomen geht es am Ende einer stationären Behandlung häufig um einen gelingenden Übergang zur Wiedereingliederung ins Arbeits- und Berufsleben und evtl. die Klärung der weiteren Lebensplanung eines Patienten. Hierzu können besondere soziotherapeutische Maßnahmen von großer Bedeutung sein, was ggf. vom Fachpersonal der Stationen zur aktiven Umsetzung in die Realisierung unterstützt wird.

Neben der vollstationären Behandlung besteht die Möglichkeit einer tagklinischen Behandlung, welche besonders am Ende einer stationären Therapie sinnvoll sein kann. Häufig wird nach Ende einer stationären Behandlung eine ambulante Weiterbehandlung notwendig sein, welche in Zusammenarbeit mit weiterbehandelnden niedergelassenen Ärzten etabliert wird, auch eine ambulante Weiterbehandlung in der Psychiatrisch/Psychotherapeutischen Institutsambulanz der Klinik kann organisiert werden.


Station 55.1

Die Station 55.1 verfügt über 24 stationäre Therapieplätze (3-Bett-, 2-Bett- und Einzelzimmer) und einige tagklinische Plätze. Das Angebot richtet sich an Menschen mit psychoreaktiven und psychosomatischen Störungen wie:

  • Depressive Krisen und Entwicklungen
  • Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Adipositas)
  • Angststörungen (Phobien, Panikattacken)
  • Zwangsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychische Störungen im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen (Tinnitus, Asthma, Magen-Darm-Störungen, onkologische Erkrankungen)
  • Chronische Schmerzerkrankungen
  • Psychisch bedingte Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen und ähnliches
  • Psychoimmunologische Störungen (z.B. durch Viren, Bakterien oder andere Erreger ausgelöst einschließlich Chronic Fatigue Syndrom, Borreliose, vermutete Borna Disease Virus-assoziierte Erkrankungen, u. a.)  

Die Aufnahme zur stationären Behandlung erfolgt in der Regel auf Einweisung von Haus- oder Fachärzten. Anmeldung ist telefonisch, schriftlich, per Fax oder per E-Mail möglich.

Die Besuchszeiten sind: Montag - Freitag 16.00 bis 21.00 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 10.00 bis 21.00 Uhr.


Station 55.2

Das Angebot der Station 55.2 mit 18 Therapieplätzen (2 – 4-Bett-Zimmer mit Nasszellen) richtet sich an Menschen mit depressiven Erkrankungen. Für Patienten mit diesen Krankheitsbildern wird eine spezialisierte stationäre und ggf. teilstationäre Therapie geboten. Die Ziele sind:

  • Symptomlinderung (Stimmungsaufhellung, Antriebssteigerung, Angstabbau, Interessenförderung, Schlafstabilisierung)
  • Hilfen bei der Bewältigung von aktuellen Lebenskrisen
  • Erkennen von Krankheitsauslösern und Frühsymptomen
  • Krankheitsbewältigung
  • Stärken von vorhandenen Fähigkeiten
  • Förderung der sozialen Kompetenz
  • Aufbau und Stärkung von Selbstvertrauen
  • Stabilisierung der Leistungsfähigkeit
  • Rückfallprophylaxe 


Station 55.3

Die Station 55.3 mit 17 Therapieplätzen (2–3-Bett-Zimmer, ein 4-Bett-Zimmer) ist spezialisiert auf die Psychotherapie und medizinische Rehabilitation von jüngeren Patienten mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, d.h. bevorzugt im Alter zwischen 18 und ca. 40 Jahren.

Nach dem Abklingen akuter psychotischer Störungen leiden Patienten oft an anhaltenden Leistungsproblemen, depressiven Verstimmungen und fehlender Belastbarkeit im Alltag. Um solche Störungen differenziert behandeln zu können, ist zunächst eine ausführliche diagnostische Abklärung erforderlich. Wegen der großen Komplexität der Störungen ist diese Differenzierung zeitaufwendig und schwierig. Der erste Teil einer Behandlung im Rahmen des Aufenthaltes kann deshalb als diagnostische Phase bezeichnet werden. Differenziert werden krankheitsbedingte Basisstörungen und psychoreaktiv bedingte Anteile der Störungen, ferner unzureichende Wirkungen oder noch bestehende Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung und nicht zuletzt die Beteiligung sozialer und psychovegetativer Aspekte.

Um o. g. Störungen bei psychotischen Erkrankungen zu behandeln, bietet Station 55.3 ein komplexes, auf den Einzelnen abgestimmtes Therapiekonzept an. Die Atmosphäre ist bewusst familiär.